Stadt Feldkirch

Wussten Sie, dass Feldkirch auf über 800 Jahre Geschichte zurückblickt? Seit der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 1218 entwickelte sich die Stadt zu einem bedeutenden wirtschaftlichen Zentrum im Westen Österreichs, nahe der Grenze zum Fürstentum Liechtenstein und zur Schweiz. Wichtige Handelsverbindungen waren ausschlagegebend für die Stadtgründung und machten Feldkirch zu einem zentralen Umschlagplatz für Waren. Doch Feldkirch ist nicht nur wirtschaftlich und geografisch von Bedeutung: Bereits im Mittelalter und in der frühen Neuzeit war die Stadt ein wichtiges Bildungs- und Kulturzentrum. Die gut erhaltene mittelalterliche Altstadt mit der Schattenburg prägt bis heute das Stadtbild – sogar ein Geheimagent ermittelte hier einmal. Feldkirch ist eine Stadt, in der Geschichte und Gegenwart auf besondere Weise zusammentreffen und die immer wieder für Überraschungen sorgt. Hier sind einige interessante Fakten, die Sie vielleicht noch nicht kannten:

Wussten Sie, dass ...

… in Feldkirch bis heute ein mittelalterliches Asylzeichen sichtbar ist?
In Feldkirch entdecken aufmerksame Besucher:innen neben dem Eingang des heutigen Gasthofs Johanniterhof das Symbol einer Schwurhand. Es erinnert daran, dass der Johanniterorden im 13. Jahrhundert Schutz und Asyl gewährte: Wer ins Kloster flüchtete, war vor sofortiger Strafe sicher, bis ein faires Gericht entschied. Die Johanniter waren damals in Feldkirch ansässig und sorgten für das geistige und soziale Wohl der Bevölkerung. Das Asylzeichen – eine Schwurhand mit der Jahreszahl 1405 – ist bis heute am Plafond des Laubenbogens erhalten.

… Feldkirch im Jahr 2018 das 800-jährige Jubiläum als Stadt feierte?
Feldkirch wird 1218 erstmals urkundlich als Stadt erwähnt, als Graf Hugo I. von Montfort dem Johanniterorden die Johanniterkirche (Marktplatz) mit dem dazugehörigen Kloster schenkte. Die Stadt blieb als Grafschaft Feldkirch bis 1375 in den Händen der Montforter und wurde im selben Jahr von Graf Rudolf V. von Montfort an die Habsburger verkauft.

… Humanismus in Feldkirch großgeschrieben wird?
Der Mathematiker, Theologe, Kartograph, Astronom und Astrologe Georg Joachim Rheticus war einer der großen Söhne der Stadt. Er trug auch maßgeblich dazu bei, dass die Schriften von Kopernikus verlegt wurden. Rheticus skizzierte als erster eine Sonnenuhr, mit der sich sogar das Datum bestimmen ließ. Daher wurde 2009 auf dem Domplatz der „Betstuhl“ installiert, eine Sonnenuhr nach dem Prinzip der Mittagslinie, künstlerisch umgesetzt von Hanno Metzler.

… die „Pummerin“ Feldkirchs im Katzenturm hängt?
Freitags um 15 Uhr ertönt aus dem Katzenturm die größte und schwerste Glocke Vorarlbergs mit über 8,5 Tonnen Gewicht. Die Glocke wurde von der Firma Grassmayr hergestellt.

… die Schriftstellerin Paula Ludwig Namensgeberin für den literarischen Begleiter durch Feldkirch PAULA ist?
Die Lyrikerin Paula Ludwig wurde 1900 in Feldkirch geboren. Die gedruckte PAULA verbindet Auszüge aus der Weltliteratur mit Feldkirch-Bezug und Texte zeitgenössischer deutschsprachiger Autor:innen – mittlerweile in drei Bänden. Entdecken Sie Feldkirch entlang literarischen Pfaden, erhältlich im Tourismusbüro Feldkirch (Preis 12 EUR).

… Feldkirch im 19. Jahrhundert im Weinbau verbreitet war?
Die Grafen von Montfort legten im 12./13. Jahrhundert den Grundstein, dass Feldkirch lange den Vorarlberger Weinbau dominierte. Der Ardetzenberg, Blasenberg und Amberg sowie der Hang unter der Schattenburg waren voller Reben. Im 19. Jahrhundert gab es einmal 32 Torkel in der Stadt. Unterhalb der Schattenburg, am Ardetzenberg und Amberg gibt es heute noch kleine Weinberge, die liebevoll gepflegt werden. Eines der feinen Tröpfchen aus Feldkirch ist der Ardetzenberger Rivaner, auch Müller-Thurgau genannt.

… die Marktgasse 2008 Drehplatz für einen James Bond-Film war?
Im Sommer 2008 wurde eine Sequenz für den James Bond-Streifen „Ein Quantum Trost“ in der Feldkircher Innenstadt gedreht. Hauptdarsteller Daniel Craig lieferte sich eine Auto-Verfolgungsjagd mit seinen Gegenspielern durch die Marktgasse.

… dass das poolbar Festival und die Montforter Zwischentöne in Feldkirch verwurzelt sind?
Dass Feldkirch ein reges Musik- und Kulturleben hat, zeigt sich schon an der Anzahl an Musikeinrichtungen, Ausbildungsmöglichkeiten und Vereinen, aber auch durch das Montforthaus und das Reichenfeld als Kulturquartier, wo sich das international bekannte poolbar Festival jährlich niederlässt und internationales Publikum anspricht. Seit 2015 lässt Feldkirch auch jährlich mit den Montforter Zwischentönen aufhorchen, deren Themen mit jahreszeitlich verbundenen Stimmungen, Bräuchen und Festen verbunden. Die Veranstaltungsreihe verbindet Alltagskultur und Musik in neuen Formaten, die unmittelbare ästhetische Erfahrungen ermöglichen.

… der Dalai Lama zu Gast in Feldkirch war?
Der tibetische Mönch Gesche Rabten Rinpotsche gründete 1982 das buddhistische Kloster und Studienzentrum Letzehof. Der Dalai Lama, die einflussreichste Persönlichkeit Tibets und eine hohe geistliche Autorität in der gesamten buddhistischen Welt, besucht den Letzehof ein Jahr später.

… Feldkirch die westlichste Gemeinde Österreichs ist?
Als Grenzbahnhof wurde Feldkirch schon Zeuge von so manch hohem Besuch wie etwa Kaiser Karl I., der 1919 nach seiner Abdankung über Feldkirch aus Österreich ausreiste. Feldkirchs Lage im 3-Länder-Eck an der Grenze zum Fürstentum Liechtenstein und zur Schweiz bietet zahlreiche Ausflugsmöglichkeiten auch über die Ländergrenze hinaus.